06.02.10 11:04
Neuer Besucherrekord in Schloss-Moritzburg
Von: Sven Görner, Sächsische Zeitung, 06.02.10

In den vergangenen Tagen ging es in der Sonderausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Schloss Moritzburg etwas ruhiger zu. Aber an diesem Wochenende und in den Winterferien rechnet das Museum noch einmal mit mehreren tausend Besuchern.

Mit ihrer aktuellen Sonderausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ hat die Moritzburger Schlossmannschaft ein gutes Händchen bewiesen. Trotz Krise und Gerüsten an der Schlossfassade strömten inzwischen 126.000 Gästen in die Schau zum deutsch-tschechischen Kultfilm. Sie ist damit nicht nur die bisher erfolgreichste Sonderausstellung im Schloss, sondern bescherte dem Museum auch einen weiteren Rekord. Mit 314.000 Besuchern kamen im vergangenen Jahr so viele Leute wie noch nie in die Ausstellungen und zu den Veranstaltungen. Zum Vergleich: 2008 waren es knapp 242.000.
„Uns hat es riesigen Spaß gemacht, auch wenn wir mit diesem Besucheransturm und all den anderen Veranstaltungen personell an der Grenze des Machbaren angekommen sind“, sagt Schlosschefin Ingrid Möbius.
Neue Schau öffnet im Juni
Kein Wunder also, dass man dem Aschenbrödel-Thema auch nach dem Ende der jetzigen Ausstellung am 28. Februar gern dauerhaft einen Platz in den barocken Mauern einräumen würde. „Geöffnet wäre diese neue Dauerausstellung dann aber wahrscheinlich nur im Winterhalbjahr. Das passt einfach besser zum Film.“
Vorerst müssen sich die Aschenbrödel-Fans aber wohl noch gedulden, auch wenn eine solche Schau für das Schloss vermutlich ein dauerhafter Kassenfüller wäre. Ingrid Möbius: „Für die neue Ausstellung muss nicht nur das Konzept der jetzigen überarbeitet werden.“ Vielmehr müssten notwendig Umbauten, Personal- und Finanzfragen mit den verantwortlichen Stellen abgesprochen und im Haushalt eingeordnet werden. „Ich glaube nicht, dass das Projekt am Willen der Beteiligten scheitert“, ist die Schlosschefin optimistisch. „Ein Eröffnungstermin lässt sich aber jetzt noch nicht nennen“, dämpft sie zu hohe Erwartungen.
Auch ohne Aschenbrödel sollen die Besucherzahlen nicht abstürzen. Von Juni bis Oktober hat sich das Museum daher bereits eine neue, interessante Sonderausstellung gesichert. Unter dem Titel „Momente der Wildnis“ wird diese meisterhaft gefertigte Tierpräparate in über 40 einzigartigen Szenen zeigen. Vom jagenden Eisvogel über spielende Fischotter bis hin zu Dachsen beim Liebesspiel.
Mittel werden gekürzt
Was dagegen in diesem Jahr an Veranstaltungen möglich ist, könne erst entschieden werden, wenn der Haushalt bestätigt ist. „Ich gehe davon aus, dass uns der Betriebskostenzuschuss um einen sechsstelligen Betrag gekürzt wird“, ergänzt Ingrid Möbius.
Das Schloss erwirtschaftet 80 Prozent seiner Kosten selbst. Dank der Aschenbrödelschau werden es 2009 mehr gewesen sein. Noch läge aber kein Jahresabschluss vom Schlösserbetrieb vor. „Leider können wir nichts von den Mehreinnahmen der Sonderausstellung als Polster in dieses Jahr mitnehmen“, bedauert die Schlosschefin.
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